Eine partizipative Praxis, die stärkt und sensibilisiert

28. Februar 2025
Im Rahmen des Projekts «Mira – Kompass» organisierten die Teilnehmerinnen im November 2024 zwei öffentliche Veranstaltungen, bei denen sie ihre Kompetenzen einbrachten, Erfahrungen in der Öffentlichkeitsarbeit sammelten, Netzwerke knüpften und für migrationspolitische Themen sensibilisierten.
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Die Teilnehmerinnen des Projekts «Mira – Kompass» bringen Hochschul- und Berufsabschlüsse sowie oft mehrjährige Arbeitserfahrungen mit. Bei der Suche nach einer Arbeitsstelle, die ihren Qualifikationen entspricht, machen sie jedoch immer wieder negative Erfahrungen. Rechtliche, soziale und institutionelle Diskriminierungen erschweren ihnen den Zugang zum Arbeitsmarkt und schränken ihre Handlungsoptionen ein. Darunter leidet ihr Selbstvertrauen und ihre Selbstwahrnehmung.

Die Mira-Veranstaltungen wirken dem entgegen: In Zusammenarbeit mit dem Projektteam konzipierten, planten und organisierten die Teilnehmerinnen die Veranstaltungen über mehrere Monate und führten sie schliesslich durch. Dies ermöglichte vielen, einmal in einem Schweizer Kontext in der Rolle von Organisatorinnen und Auftraggeberinnen zu sein und vor grösserem Publikum zu stehen. In einem gesellschaftlichen Kontext, der von Nicht-Anerkennung und Abwertung geprägt ist, ist das Einnehmen dieser Rolle nicht zu unterschätzen. 

Re-Empowerment durch Praxiserfahrung

Viele der Teilnehmerinnen erlebten anfangs Unsicherheit und Zweifel. Mit der Zeit wurde immer deutlicher, dass sie in die Rolle hineinwuchsen. Eine Teilnehmerin, die am Anfang nicht vor Publikum sprechen wollte, fragte nach der Veranstaltung: «Warum ist es schon vorbei?». Eine andere sagte: «Wir haben das gemacht und geschafft, ich habe mehr Selbstvertrauen nach so einer herausfordernden Erfahrung.»

Solche Re-Empowerment-Erfahrungen – dass die Teilnehmerinnen ihre Handlungsfähigkeit und Wirksamkeit wiederentdecken – wirken aber nicht nachhaltig, wenn Migrant*innen weiterhin strukturelle Ausgrenzung, Benachteiligung und Abwertung erfahren. Damit befasste sich auch der Inhalt der Veranstaltungen. 

Sensibilisierung durch den Blick auf Strukturen

«Migrationstrauer und Migrationsrecht. Herausforderungen in politisch brisanten Zeiten» lautete der Titel der ersten Mira-Veranstaltung. Sie wurde organisiert von Dilan Atbaş Kara, Yareni Briceño, Gabriela Calvillo, Lyubov Dubynets, María Polishchuck und Karina Zamorano.

Mit ihrem Thema wollten sie die Öffentlichkeit auf zwei herausfordernde Aspekte, die die Lebensrealitäten von Migrant*innen in der Schweiz prägen, aufmerksam machen. In einem Gespräch stellten die Teilnehmerinnen der Anwältin Ana Moncada und der Psychologin Sabrina Nizzo Fragen zum Thema. Das Gespräch machte deutlich, dass Migrationstrauer eine spezifische Form der Trauer ist. Sie ist unter anderem abhängig vom Migrationsgrund, von mehrfachen Verlusterfahrungen, persönlichen Ressourcen oder dem aktuellen Lebenskontext.

Der Blick auf das Migrationsrecht ermöglichte, einen prägenden Aspekt des aktuellen Lebenskontexts Schweiz zu durchleuchten: Das Schweizer Migrationsrecht ist vielschichtig, es hierarchisiert Ansprüche von Migrant*innen und schafft ungleiche Zugänge. Dieses für viele unübersichtliche Migrationsregime bringt migrationsspezifische Stressoren hervor, die gesundheitliche Auswirkungen haben können. Migrationstrauer ist also kein isoliertes psychologisches Phänomen, sondern ein komplexer emotionaler Prozess, der in den gesellschaftlichen Kontext eingebettet ist.

Mira-Event "Migrationstrauer und Migrationsrecht", November 2024. Foto: Fabio Blaser
Veranstaltung «Migrationstrauer und Migrationsrecht», November 2024. Foto: Fabio Blaser

Die zweite Veranstaltung befasste sich mit dem Thema «Das Unsichtbare sichtbar machen. Qualifizierte Migrant*innen im Arbeitsmarkt – Von Ausgrenzung zu Anerkennung und Teilhabe». Die Organisatorinnen waren Amraa Jargal Sambuu, Anastasiia Vitvitska, Ayşegül Harimci, Chajini Sinnathamby, Gözde Çeviker, Iryna Romanovska, Khaing Sandi Win Min und Melike Metin.

Auch diese Gruppe wollte mit der Veranstaltung Strukturen durchleuchten, die Migrant*innen ausgrenzen. Sie schafften zudem einen Rahmen, der eine Diskussion über individuelle sowie soziopolitische Strategien gegen Benachteiligung und Ausgrenzung ermöglicht. Beraterin Isabelle My Hanh Derungs und Sozialanthropologin Annemarie Sancar reflektierten in ihren Referaten über Selbst- und Fremdzuschreibungen, welche Migrant*innen erfahren. Sie betteten diese in einen breiteren gesellschaftlichen Rahmen ein und betonten die Wichtigkeit von stärkenden (Selbst-)Narrationen und der Sichtbarmachung von Handlungsspielräumen. Politikerin Lena Allenspach ergänzte diese Referate durch einen Blick auf sozioökonomische Bedingungen, die einen gleichberechtigten Zugang zu Arbeit erschweren. Sie machte Mehrfachdiskriminierung sichtbar und betonte die Notwendigkeit von intersektionalen Strategien.

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Mira-Veranstaltung «Das Unsichtbare sichtbar machen», November 2024. Foto: Fabio Blaser

Die Mira-Veranstaltungen 2024 wirkten auf mehreren Ebenen. Die partizipative Organisation stärkte die Teilnehmerinnen individuell. Mit dem Publikum öffneten sie einen Raum für Sensibilisierung und Diskussion. Schliesslich widerlegten sie den oft defizitorientierten Blick auf Migrantinnen – darauf werden die Mira-Veranstaltungen von 2025 aufbauen.

Menschenrechte unter Druck in Israel und Palästina

19:00 Uhr
Käfigturm
In Israel und im Westjordanland stehen die Menschenrechte zunehmend unter Druck. Ungeahndete Gewalt radikaler Siedler, gesetzliche Änderungen, welche die Aneignung von Land erleichtern und der wachsende Extremismus auf allen Seiten gefährden den Schutz grundlegender Rechte. Dazu schmälern zunehmende Einschränkungen und Druck auf die Zivilgesellschaft den Raum für kritisches Engagement. Auch der Krieg gegen den Iran wirkt auf die Region ein.
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Filmvorführung: Wir Mitbürgerinnen

18:30 Uhr
Cinéma Rex Fribourg
Anlässlich des Tages der Demokratie vom 15. September 2026, und mit dem Ziel, die Bemühungen, die im Rahmen der Kampagne «Ihre Stimme zählt!» aufgegleist worden sind, zu festigen, lädt die IMR Fribourg zu einem öffentlichen Kino- und Diskussionsabend ein.
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Tagung: Friedensfähig statt kriegsbereit - Pazifismus in Zeiten globaler Gewalt

14:00 Uhr
Paulus Akademie
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Die Paulus Akademie organisiert eine Tagung zur Frage, wie wir heute, einer Zeit der globalen Aufrüstung, als Gesellschaft noch friedensfähig werden können. In Inputreferaten und Workshops werden Räume für Reflexion und Austausch geöffnet.
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Filmvorführung: Imagine Peace

18:20 Uhr
RiffRaff
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Die hundertjährige Pionierin des Friedens Aktivismus Edith Ballantyne blickt auf ein Leben im Dienst des Friedens zurück und will ihre Erfahrungen weitergeben, bevor ihre Stimme für immer verstummt.
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Mira-Kompass: Mehr als ein Lebenslauf: Migrantische Frauen und ihre unsichtbaren Kompetenzen im Schweizer Arbeitsmarkt

18:00 Uhr
Rotonda, Pfarrei Dreifaltigkeit
Im Rahmen ihrer Teilnahme im Mira-Kompass Programm, geleitet durch die Abteilung Migrationspolitik von Frieda, organisieren die Teilnehmerinnen zwei Veranstaltungen zum Thema Arbeitsmarkt und Migration. Wir freuen uns auf viele Interessierte und einen regen Austausch an den anschliessenden Apéros.
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Mira-Kompass: Miteinander statt nebeneinander – Gemeinsam Vorurteile abbauen und Verständnis im Arbeitsleben fördern

18:00 Uhr
Haus der Religionen
Im Rahmen ihrer Teilnahme im Mira-Kompass Programm, geleitet durch die Abteilung Migrationspolitik von Frieda, organisieren die Teilnehmerinnen zwei Veranstaltungen zum Thema Arbeitsmarkt und Migration. Wir freuen uns auf viele Interessierte und einen regen Austausch an den anschliessenden Apéros.
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Dialog 2030: Nachhaltigkeit und Sicherheit

Uhr
Eventfabrik Bern
Die Veranstaltung Dialog 2030 ermöglicht den Austausch zwischen Bund und Stakeholdergruppen und will die koordinierte und wirkungsvolle Umsetzung der Agenda 2030 ermöglichen.
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