Gewalt in Israel und Gaza stoppen, Völkerrecht einhalten

30. Oktober 2023
Der eskalierende Nahost-Krieg erschüttert uns. Angriffe auf Zivilpersonen und Geiselnahmen sind Kriegsverbrechen. Wir verurteilen diese Verstösse gegen das Völkerrecht und rufen zur Deeskalation auf.
Frau mit Neugeborenem am Eingang zu einem Zelt in einem Flüchtlingslager im Gazastreifen, November 2023. Foto: Samar Abu Elouf
  • Wir fordern einen sofortigen Waffenstillstand, um den Verlust weiterer unschuldiger Menschenleben zu verhindern.

  • Wir fordern von allen Konfliktparteien, sich an das Völkerrecht zu halten und alles zu tun, um die Zivilbevölkerung zu schützen. Die Schweiz und die internationale Gemeinschaft müssen sich entschieden und mit aller Kraft für internationales Recht, die Einhaltung der Menschenrechte und die Beendigung der israelischen Besatzung einsetzen. Sie müssen alles in ihrer Macht Stehende unternehmen, um endlich eine politische Lösung für diesen Konflikt herbeizuführen.

  • Wir fordern, dass sich die Schweiz und die internationale Gemeinschaft mit aller Kraft politisch dafür einsetzen, dass sofort Wasser, Nahrungsmittel, Treibstoff und Arzneimittel für die notleidende Bevölkerung in den Gazastreifen geliefert werden kann.

Sofortiger Waffenstillstand und humanitäre Hilfe für die notleidende Bevölkerung

Die exzessive Gewalt durch die Hamas an israelischen Zivilist*innen vom 7. Oktober 2023, bei denen 1400 Menschen getötet und über 200 als Geiseln genommen wurden, ist durch nichts zu rechtfertigen. Seither bombardiert die israelische Armee erneut den Gazastreifen. Auch die Hamas und Verbündete schiessen weiterhin Raketen auf israelische Gebiete. Selbstverteidigungsmassnahmen müssen nach internationalem Recht erfolgen und verhältnismässig sein, das humanitäre Völkerrecht muss zwingend eingehalten werden. Gezielte militärische Angriffe auf zivile Ziele verstossen gegen das humanitäre Völkerrecht und sind verboten.

Die Geschehnisse der letzten Wochen sind Bestandteil einer Gewaltspirale, die weiter zu eskalieren droht. Die Bevölkerung im Gazastreifen lebt seit 16 Jahren unter einer Blockade in prekären, menschenunwürdigen Bedingungen. Die humanitäre Lage im Gazastreifen ist katastrophal und perspektivlos. Sie hat sich seit Anfang des Krieges nochmals dramatisch verschärft.

Die 2,3 Millionen Bewohner*innen sind den militärischen Übergriffen der israelischen Armee schutzlos ausgeliefert. Gemäss OCHA (UN Office for the Coordination of Humanitarian Affairs, 29.10.2023) mussten über 1,4 Millionen innerhalb des Gazastreifens flüchten, über 8’000 Menschen wurden getötet, 68% davon Frauen und Kinder, über 20'000 Menschen wurden bisher verletzt. Diese massive Gewalt gegenüber Zivilist*innen ist durch nichts zu rechtfertigen. Die Trinkwasserzufuhr in den Gazastreifen wurde auf Entscheid der israelischen Regierung unterbrochen. Die Einfuhr von Nahrungsmitteln sowie von Treibstoff und Arzneimitteln, die dringend zur Versorgung verletzter, kranker und schwangeren Personen in Spitälern benötigt werden, wird verweigert. In den noch betriebsfähigen Spitälern herrschen desaströse Zustände. Die Behinderung von Hilfslieferungen kann gemäss den Genfer Konventionen ein Verbrechen darstellen, das in die Zuständigkeit des Internationalen Strafgerichts fällt.

Die wenigen Hilfsgüter, die durch internationale Organisationen aus Ägypten in den Gazastreifen gebracht werden konnten, decken nur rund 4% der dringend benötigten lebensnotwendigen Güter ab. Die Menschen hungern und haben Durst. Vor den Augen der Weltöffentlichkeit trägt sich eine humanitäre Katastrophe von unvorstellbarem Ausmass zu.

Die Nachricht einer lokalen Kontaktperson zeugt von der prekären Situation: «Es ist unbeschreiblich. Schrecklich. Wir haben solche Angst. Ich mache mir besonders Sorgen um meine Kinder, meine Familie, meine Nachbarn. Wir sind nirgends in Sicherheit. Es gibt keine Schutzräume. Kaum eine Stunde vergeht, ohne dass wir über den Verlust eines lieben Menschen informiert werden. Wir leben bis zu 50 Personen in einem Raum. Es gibt nur einen Laib Brot pro Familie pro Tag und praktisch kein Trinkwasser. Die Hygienebedingungen sind schrecklich. Wir können nicht raus, sonst riskieren wir unser Leben. Ununterbrochen hören wir die Drohnen und die Bombeneinschläge. Die Kinder können kaum schlafen, klammern sich an uns. Wir sind wütend und frustriert und hoffen, dass diese kollektive Bestrafung der Menschen im Gazastreifen bald ein Ende hat.»

Unterstützung der langjährigen Partnerorganisationen

Frieda ist seit über 40 Jahren in der Region präsent und konnte ein breites Netzwerk an lokalen Partnerorganisationen aufbauen, die sich gegen Gewalt und für Frauenrechte einsetzen. Trotz schwieriger Kommunikation ist Frieda seit Ausbruch des Krieges weiterhin regelmässig mit den Partnerorganisationen und der Lokalkoordinatorin im Gazastreifen in Kontakt. Die Mitarbeitenden der Partnerorganisationen kämpfen ums tägliche Überleben. Frieda konnte zusammen mit gewissen Partnerorganisationen bereits erste Unterstützung an Frauen und Familien leisten, insbesondere Bargeldhilfe für das Nötigste sowie psychosoziale Unterstützung für Kinder. Das ist ein Anfang. Wir werden jede weitere Möglichkeit nutzen und unsere Hilfe für die notleidende Bevölkerung weiter ausbauen.

Auch in der Westbank und in Israel unterstützen wir unsere Partnerorganisationen, damit sie sich für die Zivilbevölkerung und gegen Gewalt einsetzen und auf die schwierige Lage reagieren können.

Stellungnahmen

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Feministisches Argumentarium gegen das neue Kriegsmaterialgesetz

Ende 2025 hat das Parlament beschlossen, die Regeln für den Export von Schweizer Kriegsmaterial deutlich zu lockern. Am 29. November stimmen die Schweizer Stimmberechtigten nun über das neue Kriegsmaterialgesetz ab.
Logo des Forum für Menschenrechte Israel/Palästina mit Farbfilter.

Gewalt und Vertreibungen im Westjordanland

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Stellungnahme vom 24.09.2026 zu Gewalt und Vertreibungen im Westjordanland: Auch die Schweiz muss ihren völkerrechtlichen Verpflichtungen Taten folgen lassen
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Feministischer Frieden statt bewaffneter Abschottung – Nein zur Neutralitätsinitiative

Frieda und PeaceWomen Across the Globe lehnen die Initiative ab.
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Stellungnahme zu den Sparmassnahmen in der IZA

Der Bundesrat spart: Die Mittel für die bilaterale und multilaterale Entwicklungszusammenarbeit werden drastisch reduziert.
weitere Stellungnahmen

Dialog 2030: Nachhaltigkeit und Sicherheit

Uhr
Eventfabrik Bern
Die Veranstaltung Dialog 2030 ermöglicht den Austausch zwischen Bund und Stakeholdergruppen und will die koordinierte und wirkungsvolle Umsetzung der Agenda 2030 ermöglichen.
> Detailinfos zum Anlass

Miteinander statt nebeneinander – Gemeinsam Vorurteile abbauen und Verständnis im Arbeitsleben fördern

18:00 Uhr
Haus der Religionen
Im Rahmen ihrer Teilnahme im Mira-Kompass-Programm, geleitet durch die Abteilung Migrationspolitik von Frieda, organisieren die Teilnehmerinnen zwei Veranstaltungen zum Thema Arbeitsmarkt und Migration. Wir freuen uns auf viele Interessierte und einen regen Austausch an den anschliessenden Apéros.
> Detailinfos zum Anlass

Kinderrechte gelten auch im Krieg

12:00 Uhr
Bundesplatz
Am Internationalen Tag der Kinderrechte erinnern das Forum für Menschenrechte in Israel/Palästina und Campax mit tausenden Kinderschuhen und Schulsäcken an die getöteten Kinder im Nahostkonflikt – und fordern Schutz, Versorgung und Bildung für die überlebenden Kinder.
> Detailinfos zum Anlass

Worte finden, Strukturen brechen

19:30 Uhr
das Gleis, Zollhaus
Über digitale geschlechtsspezifische Gewalt und die Macht der Sprache.
> Detailinfos zum Anlass

Nicht allein im Netz

18:00 Uhr
Café Révolution, Atelier 014 im PROGR
Ein Workshop zu rassistischer und sexistischer Gewalt im digitalen Raum.
> Detailinfos zum Anlass

Worte finden, Strukturen brechen

19:30 Uhr
Kleine Bühne im PROGR
Über digitale geschlechtsspezifische Gewalt und die Macht der Sprache.
> Detailinfos zum Anlass

Sichtbar werden, sichtbar bleiben

19:30 Uhr
Kleine Bühne im PROGR
Digitale Gewalt und die politische Teilhabe migrantisierter FINTAs in der Schweiz.
> Detailinfos zum Anlass
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