Saida – Glück

In einem Workshop erstellen Mütter und ihre Kinder Handpuppen.
In einem Workshop erstellen Mütter und ihre Kinder Handpuppen. Foto: Zeina Cooperative Association

Die Frauenkooperative Zeina Cooperative Association ist trotz des Krieges im Gazastreifen aktiv geblieben. Das Projekt «Saida – Glück» unterstützt den Wiederaufbau der Zeina Kooperative, deren Mitglieder mehrheitlich vertriebene Frauen aus der Beduinengemeinschaft aus dem nördlichen Gazastreifen sind.

Im Projekt Saida – Glück produzierten Beduininnen bis zum Kriegsausbruch 2023 ökologische und nachhaltige Spielsachen in ihrer eigenen Kooperative. Sie erwirtschafteten ihr eigenes Einkommen und konnten damit ihre Rolle in der Familie und Gesellschaft stärken. Nachdem die Räumlichkeiten der Kooperative durch den Krieg komplett zerstört und die Mitglieder in den Süden des Gazastreifens flüchten mussten, hat sich die Kooperative seit Ende 2024 erfolgreich reorganisiert.

Heute ist sie in einem neuen Hauptsitz im mittleren Gazastreifen wieder operativ tätig und arbeitet weiter an ihrem Wiederaufbau. Im Grossraum Khan Younis und Deir al-Balah, wo die meisten Familien heute leben, trägt das Projekt dazu bei, die wirtschaftliche Stabilität und institutionelle Handlungsfähigkeit der Kooperative wiederherzustellen.

Knappe Rohstoffe nutzen und Traditionen stärken

Erste Produktionsaufträge wurden erfolgreich gesichert: Der Fokus liegt angesichts von Rohstoffknappheit auf der Nutzung von wiederverwertbaren Materialien mit denen z.B. Puppen genäht werden. Ein weiterer Fokus liegt auf der Wiederbelebung traditioneller Herstellungstechniken, darunter die Anfertigung der Bukja, einer Tasche zum Warmhalten von Nahrungsmitteln, die als Teil des palästinensischen Kulturerbes gilt.

Die Handpuppen werden aus wiederverwertbaren Materialen hergestellt. Foto: Zeina Cooperative Association
Die handgenähten Gruppen werden als Lernhilfen in temporären Lernräumen eingesetzt. Foto: Zeina Cooperative Association
Die Frauen der Kooperative arbeiteten an konkreten Aufträgen, was ihre handwerklichen Kenntnisse stärkt. Foto: Zeina Cooperative Association
Die Teilnehmerinnern machen trotz widriger Umstände weiter. Foto: Zeina Cooperative Association
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Gleichzeitig haben auch die Berufstrainings zur Spielzeugherstellung wiederaufgenommen. Die Kooperative verfolgt dabei einen integrierten Ansatz, der Ausbildung und Produktion miteinander verbindet: Die Frauen der Kooperative arbeiteten bereits während der Schulungen an konkreten Aufträgen, was ihre handwerklichen Kenntnisse und ihr Selbstvertrauen erhöht. Durch die temporäre Beschäftigung können die Frauen einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Unterstützung ihrer Familien leisten und ihre Kompetenzen weiter ausbauen. Nicht zuletzt trägt die Arbeit zu einer Art «Normalität» inmitten der humanitär immer noch herausfordernden Situation bei und fördert das Sicherheits‑ und Stabilitätsgefühl der Frauen und ihrer Familien.

Das Projekt «Saida» als Weg in eine stabilere Zukunft

Die Mitglieder der Kooperative führen zudem psychosoziale Aktivitäten für Frauen und Kinder durch, darunter z.B. Puppenspiele zu alltagsrelevanten Themen sowie Workshops zu traditionellen Handarbeiten. Insgesamt werden damit rund 500 Frauen und Kinder erreicht. Weiter erhalten alle Mitglieder der Kooperative psychosoziale Unterstützung, um die Erfahrungen während dem Krieg zu verarbeiten und neue Perspektiven aufzubauen. Damit trägt das Projekt «Saida» umfassend dazu bei, die Resilienz der Frauen, der Zeina Kooperative und ihren Gemeinschaften zu stärken und ihren Weg in eine stabilere Zukunft nach dem Krieg zu unterstützen.

Im Video erzählen Projektteilnehmerinnen, wie sie trotz der widrigen Umstände weitermachen. Das Video wurde im September 2025 aufgenommen und von dem im Gazastreifen tätigen Medienununternehmen 4Kmedia produziert.

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