Nothilfe Gazastreifen

Nach zwei Jahren Krieg ist die humanitäre Lage im Gazastreifen trotz der fragilen Waffenruhe noch immer höchst prekär. Frieda unterstützt die Zivilbevölkerung weiterhin: Frauen können psychosoziale Unterstützung in Anspruch nehmen und werden bei geschlechtsspezifischer Gewalt rechtlich beraten. Besonders gefährdete Familien werden mit finanzieller Direkthilfe unterstützt, damit sie sich das Nötigste kaufen können. Jeden Tag finden in Flüchtlingsunterkünften sportliche und spielerische Aktivitäten für Kinder und Jugendliche zur psychosozialen Unterstützung statt. Zudem erhalten Primarschüler*innen Arabisch-, Englisch- und Mathematikunterricht.

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In Gaza schaffen Kinder trotz aller Entbehrungen Momente der Freude. Auf diesem Foto lachen und spielen sie zwischen Zelten mit bunten Kegeln und bewahren sich so ihre Kindheit. Bild: PS4L, März 2026.

Seit dem Ausbruch des Krieges zwischen Israel und der Hamas im Oktober 2023 wurden auf palästinensischer Seite rund 72'000 Palästinenser*innen getötet und über 171'000 verletzt (OCHA, 11.03.2026). Obwohl der seit Oktober 2025 geltende fragile Waffenstillstand den grössten Teil der Kampfhandlungen unterbrochen hat, ist die Lage vor Ort weiterhin verheerend. Über 81% der Gebäude, Strassen und Schulen sind zerstört und der Gazastreifen liegt in Trümmern (OCHA, 11.03.2026). Lebenswichtige Güter wie Trinkwasser, Lebensmittel, Medikamenten und Benzin oder Strom sind immer noch knapp und unterliegen starken Preisschwankungen.

Die meisten Bewohner*innen des Gazastreifens wurden mehrfach vertrieben und viele haben den Verlust von Familienangehörigen und Freund*innen erlebt. Mit dem vorläufigen Waffenstillstand und dem Wegfall der unmittelbaren Bedrohung treten die zuvor verdrängten Kriegserlebnisse nun verstärkt hervor. Die anhaltende Unsicherheit über die Zukunft belastet den Alltag zusätzlich. Die Flüchtlingsunterkünfte bleiben überfüllt, Privatsphäre fehlt insbesondere für Familien vollständig – Bedingungen, die psychische Belastungen weiter verstärken.

Herausforderung in der humanitären Hilfe

640'000 Kinder im schulpflichtigen Alter haben seit über zwei Jahren keinen Zugang zu regulärem Schulunterricht (OCHA, 11.03.2026). In solchen Zeiten tragen gerade Frauen eine enorme Last. Nebst der Sorgearbeit für Kinder und verletzte Angehörige sind sie oft auch für die Sicherung des Überlebens verantwortlich.

Auch die humanitäre Hilfe gestaltet sich herausfordernd: Elektrizität und Treibstoff sind weiterhin knapp und die Kommunikationsnetze fallen immer noch regelmässig aus. Hilfstransporte werden von den israelischen Behörden kontrolliert und weiterhin stark reguliert. (OCHA, 11.03.2026)

Gemeinsam mit unseren zivilgesellschaftlichen Partnerorganisationen, The Center for Women’s Legal Research, Counselling and Protection (CWLRCP) und Palestine Sports for Life (PS4L), leistet Frieda seit 2023 Nothilfe für die am stärksten betroffenen Menschen.

Therapeutische Freizeitaktivitäten

Traumatisierte Frauen und Kinder brauchen dringend psychosoziale Unterstützung. Die Frieda-Partnerorganisationen bringen auf diesem Gebiet viel Expertise mit. Sie organisieren beispielsweise therapeutische Freizeitaktivitäten für vertriebene Kinder in den Flüchtlingsunterkünften: Rund 30'000 Kinder können so in einem unterstützenden Umfeld für einen Moment dem Kriegsalltag entfliehen. Nebst Sport und Spiel wird auch Maltherapie angewandt. Zudem werden 700 Primarschüler*innen in den Flüchtlingsunterkünften in Arabisch, Mathematik und Englisch unterrichtet.

Frauen und Kinder können in Gruppen- und Einzeltherapien das Geschehene besprechen und versuchen, gemeinsam einen wichtigen Schritt in Richtung Verarbeitung der traumatischen Erlebnisse zu gehen. Besonders gefährdete Frauen und Kinder werden ins Case-Management-Programm aufgenommen und erhalten umfassende und massgeschneiderte Unterstützung. Betroffene von geschlechtsspezifischer Gewalt erhalten rechtliche Unterstützung oder können an Familienmediationen teilnehmen, etwa bei Scheidungen oder Sorgerechtsstreitigkeiten. Zudem erhalten 165 besonders gefährdete Frauen und ihre Familien finanzielle Bargeldunterstützung zur Beschaffung lebenswichtiger Güter wie Nahrungsmittel oder Medikamente.

Englisch-Unterricht für Primarschüler*innen. Bild: PS4L, April 2026.
Lernen bringt Hoffnung, ... Bild: PS4L, April 2026.
Spiel bringt Heilung. Bild: PS4L, April 2026.
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Diese Arbeit mitten im Krieg mit traumatisierten Frauen und Kindern ist herausfordernd. Das Personal unserer Partnerorganisationen kann deshalb spezifische psychosoziale Unterstützung und Supervisionen in Anspruch nehmen.

Mit beiden Partnerorganisationen arbeitete Frieda bereits vor Ausbruch des Krieges zusammen. Gemeinsam setzten und setzen wir erfolgreich reguläre und Nothilfe-Projekte um. Frieda ist mit einer Lokalkoordinatorin im Gazastreifen vertreten und koordiniert die Hilfe auch im Rahmen wichtiger Gremien wie den OCHA Clusters (United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs).

Das Nothilfe-Projekt wird von der Glückskette, der Stadt Zürich und der Stiftung Fokus Frauen grosszügig unterstützt.

Aktualisiert 27.03.2026

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