Armut ist kein Verbrechen!

11. August 2025
Im März 2025 endete das Vernehmlassungsverfahren zur Umsetzung der parlamentarischen Initiative «Armut ist kein Verbrechen». Frieda hat an der Vernehmlassung teilgenommen und unterstützt die Initiative ausdrücklich: Menschen ohne Schweizer Pass sollen bei Bedarf Sozialhilfe beziehen können, ohne ihr Aufenthaltsrecht zu gefährden.
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Jede Person, die in der Schweiz in eine finanzielle Notlage gerät, hat unabhängig von ihrer Herkunft Anrecht auf finanzielle Unterstützung. Dieser Anspruch ist in der Bundesverfassung festgeschrieben und soll in Notlagen ein menschwürdiges Leben ermöglichen. Mit der Revision des Ausländer- und Integrationsgesetzes (AIG) im Jahr 2019 wird dieser Anspruch aber stark eingeschränkt: Personen ohne Schweizer Pass, die Sozialhilfe beziehen, droht, dass sie ihr Aufenthaltsrecht verlieren oder dass ihre Niederlassungs- oder Aufenthaltsbewilligung rückgestuft wird.  

 

Unter Generalverdacht 

Vor der Reform wurde betont, dass nur Personen, die «missbräuchlich» Sozialhilfe beziehen, im Fokus der Verschärfung stünden. In der Praxis aber geraten armutsbetroffene Personen ohne Schweizer Pass pauschal unter Verdacht: Kantonale Migrationsämter verwarnen und überprüfen Personen oft auch ohne begründeten Verdacht auf Missbrauch und messen der individuellen Prüfung wenig Gewicht bei. Auch herrschen grosse kantonale Unterschiede in der Praxis. Zum Beispiel gibt es unterschiedliche Richtlinien, ab wann Sozialdienste Klient*innen beim Migrationsamt melden müssen. Sozialhilfe- und Aufenthaltsfragen werden zunehmend miteinander verschränkt. Das überfordert Fachpersonen und konfrontiert Betroffene mit widersprüchlichen Aussagen von zuständigen Behörden. 

 

Verzicht auf rechtmässigen Anspruch auf Sozialhilfe 

Diese Entwicklungen wirken sich nicht nur auf direkt Betroffene aus: Viele verzichten auf ihren Anspruch auf Sozialhilfe, da sie ausländerrechtliche Massnahmen fürchten. Das führt zu weiteren Problemen wie starke Verschuldung, Verzicht auf medizinische Behandlung oder Schwierigkeiten bei der beruflichen Integration. 

Durch ihre langjährigen Projekte im Migrationsbereich kennt Frieda die Auswirkungen für Betroffene: Zum Beispiel musste eine Teilnehmerin, eine diplomierte Bauingenieurin, das Berufsmentoring-Projekt von Frieda verlassen, um ihre Familie finanziell zu unterstützen. Ihr Mann hatte während der Corona-Pandemie seine Arbeit verloren. Um nicht auf Sozialhilfe zurückgreifen zu müssen und so eine Rückstufung des Aufenthaltsstatus zu riskieren, arbeitete sie gemeinsam mit ihrem Mann und ihren beiden jugendlichen Töchtern in einer Reinigungsfirma – für 14 Franken pro Stunde.  

Während der COVID-19-Pandemie verschlechterte sich die Situation von Frauen mit Migrationserfahrung wesentlich, oft durch den Verlust oder die Prekarisierung der Arbeitsstelle. Im Dilemma zwischen der drohenden finanziellen Unsicherheit und der Unsicherheit des Bleiberechts, haben viele auf ihnen zustehende Sozialhilfe verzichtet, um ihr Bleiberecht nicht zu gefährden. Viele Frauen mit Migrationserfahrung und ihre Familien sind noch immer nicht aus dieser Spirale der Prekarität und Ungewissheit herausgekommen. 

Bei unserer Arbeit im Rahmen des Programms der Migrationspolitik sind wir dauernd mit dieser prekären Situation konfrontiert, insbesondere bei alleinerziehenden Müttern. 

 

Individualisierung eines strukturellen Problems  

Die Kriminalisierung von armutsbetroffenen Menschen hat eine lange Tradition und lenkt von den strukturellen Ursachen von Armut ab. Hilfebedürftigkeit von armutsbetroffenen Menschen ohne Schweizer Pass darf nicht als selbstverschuldet individualisiert und so bestrafbar gemacht werden. Meist ist sie Ausdruck davon, dass Menschen – oft mehrfach – strukturelle Gewalt erleben und einen deutlich beschränkten Handlungsspielraum haben: Rassismus, Sexismus, die Flexibilisierung und Deregulierung der Arbeitswelt sowie neoliberale Arbeitspolitik führen zu Prekarisierung, Unsicherheit, Ungleichheit und Diskriminierungen. Dies erschwert den gerechten Zugang zu Lohnarbeit. 

Frieda begrüsst ausdrücklich, dass die parlamentarische Initiative «Armut ist kein Verbrechen!» mehr Rechtssicherheit schaffen möchte: Die Praxis muss schweizweit vereinheitlicht werden. Die Prüfung durch kantonale Migrationsbehörden darf Armutsbetroffene nicht kriminalisieren. Nur so kann das Vertrauen der Betroffenen in das Schweizer Sozialwesen aufgebaut werden und nur so kann dieses seine Aufgabe auch effektiv erfüllen.  

Menschenrechte unter Druck in Israel und Palästina

19:00 Uhr
Käfigturm
In Israel und im Westjordanland stehen die Menschenrechte zunehmend unter Druck. Ungeahndete Gewalt radikaler Siedler, gesetzliche Änderungen, welche die Aneignung von Land erleichtern und der wachsende Extremismus auf allen Seiten gefährden den Schutz grundlegender Rechte. Dazu schmälern zunehmende Einschränkungen und Druck auf die Zivilgesellschaft den Raum für kritisches Engagement. Auch der Krieg gegen den Iran wirkt auf die Region ein.
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Filmvorführung: Wir Mitbürgerinnen

18:30 Uhr
Cinéma Rex Fribourg
Anlässlich des Tages der Demokratie vom 15. September 2026, und mit dem Ziel, die Bemühungen, die im Rahmen der Kampagne «Ihre Stimme zählt!» aufgegleist worden sind, zu festigen, lädt die IMR Fribourg zu einem öffentlichen Kino- und Diskussionsabend ein.
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Tagung: Friedensfähig statt kriegsbereit - Pazifismus in Zeiten globaler Gewalt

14:00 Uhr
Paulus Akademie
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Die Paulus Akademie organisiert eine Tagung zur Frage, wie wir heute, einer Zeit der globalen Aufrüstung, als Gesellschaft noch friedensfähig werden können. In Inputreferaten und Workshops werden Räume für Reflexion und Austausch geöffnet.
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Filmvorführung: Imagine Peace

18:20 Uhr
RiffRaff
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Die hundertjährige Pionierin des Friedens Aktivismus Edith Ballantyne blickt auf ein Leben im Dienst des Friedens zurück und will ihre Erfahrungen weitergeben, bevor ihre Stimme für immer verstummt.
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Mira-Kompass: Mehr als ein Lebenslauf: Migrantische Frauen und ihre unsichtbaren Kompetenzen im Schweizer Arbeitsmarkt

18:00 Uhr
Rotonda, Pfarrei Dreifaltigkeit
Im Rahmen ihrer Teilnahme im Mira-Kompass Programm, geleitet durch die Abteilung Migrationspolitik von Frieda, organisieren die Teilnehmerinnen zwei Veranstaltungen zum Thema Arbeitsmarkt und Migration. Wir freuen uns auf viele Interessierte und einen regen Austausch an den anschliessenden Apéros.
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Mira-Kompass: Miteinander statt nebeneinander – Gemeinsam Vorurteile abbauen und Verständnis im Arbeitsleben fördern

18:00 Uhr
Haus der Religionen
Im Rahmen ihrer Teilnahme im Mira-Kompass Programm, geleitet durch die Abteilung Migrationspolitik von Frieda, organisieren die Teilnehmerinnen zwei Veranstaltungen zum Thema Arbeitsmarkt und Migration. Wir freuen uns auf viele Interessierte und einen regen Austausch an den anschliessenden Apéros.
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Dialog 2030: Nachhaltigkeit und Sicherheit

Uhr
Eventfabrik Bern
Die Veranstaltung Dialog 2030 ermöglicht den Austausch zwischen Bund und Stakeholdergruppen und will die koordinierte und wirkungsvolle Umsetzung der Agenda 2030 ermöglichen.
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