Sich mit Entschlossenheit Respekt verschaffen

23. Februar 2026
Sahadete Azemi Ibrahimi, Teilnehmerin beim Frieda-Projekt «Lulëzim – Aufblühen» im Kosovo, beschreibt ihren Weg von einer Frau, die kaum am gesellschaftlichen Leben teilnehmen konnte, zu einer erfolgreichen Unternehmerin.
Sahadete Azemi Ibrahimi, Bäckerin und Unternehmerin. Bild: zVG IADK

Das Frieda-Projekt «Lulëzim – Aufblühen» verbessert die Lebensbedingungen der Teilnehmer*innen, unter anderem, indem sie beim Aufbau eines Kleinst-Unternehmens unterstützt werden.

Sahadete Azemi Ibrahimi ist eine der ersten Teilnehmerinnen, die am Projekt zur wirtschaftlichen Emanzipation der Frieda-Partnerorganisation IADK (Initiative for Agricultural Development of Kosovo) teilnahm. Sie hörte von einer Freundin, dass IADK eine Ausbildung zur Bäckerin anbot und wollte damit ihre Chancen auf einen Arbeitsplatz verbessern.

Sechs Jahre später führt sie ihre eigene Bäckerei in einem kleinen Dorf in Kosovo und verkauft traditionelle Kuchen und Bakllava. Ihre Familie unterstützt sie dabei: Bei grossen Bestellungen hilft Sahadetes Tochter mit und ihr Mann übernimmt die Auslieferung.

Im Interview blickt die Bäckerin mit uns auf ihre Erfolgsgeschichte zurück.

Gebäck und traditionelle Kuchen von Sahadete Azemi Ibrahimi. Bild: zVg IADK
Sahadete Azemi Ibrahimi an einem Markt. Bild: zVg IADK
Ein Kuchen mit dem Logo der Partner-Organisation. Bild: zVg IADK
Sahadete Azemi Ibrahimi, Bäckerin und Unternehmerin. Bild: zVG IADK
Caption
Frieda:

Gab es in Ihrem Umfeld kritische Stimmen, als Sie sich angemeldet haben?

Sahadete Azemi Ibrahimi:

Natürlich gab es kritische Stimmen. Die Menschen in meinem Dorf waren sehr konservativ und glaubten nicht, dass eine Frau Erfolg haben könnte. Ich machte mir Sorgen darüber, was die Leute über mich sagen würden.

Frieda:

Sie sagen, Ihr Leben habe sich komplett verändert durch das Projekt.

Sahadete Azemi Ibrahimi:

Ja, das stimmt! Früher war ich eine Frau, die zu Hause blieb und kein Einkommen hatte. Heute führe ich mein eigenes Unternehmen. Ich bin in meiner Region und darüber hinaus bekannt. Meine Produkte kommen bei meinen Kund*innen gut an und es freut mich sehr, wenn sie mich für die Qualität meiner Arbeit loben. Ich bin auch kommunikativer geworden und habe Freundschaften mit Frauen ausserhalb meines Dorfes geschlossen.

Frieda:

Worauf sind Sie besonders stolz?

Sahadete Azemi Ibrahimi:

Darauf, dass ich trotz aller Zweifel den Mut hatte, es zu versuchen. Früher hatte ich kein Einkommen, um mich selbst zu versorgen. Jetzt habe ich mein eigenes Unternehmen und verdiene genug, um mit meinem Mann und meinen Kindern gut zu leben. Ich kann die Ausbildung meiner Kinder ohne Einschränkungen finanzieren. Ich bin unabhängig. Ich gehe alleine zur Bank, nehme an Treffen mit anderen Frauen teil und beteilige mich an Austauschprogrammen und Veranstaltungen. Ich fühle mich den Männern gleichgestellt und weiss, was ich kann. Und ich bin stolz, ein Vorbild zu sein. Ich zeige allen: Mit Entschlossenheit und den richtigen Chancen können Frauen ihr Leben selbst in die Hand nehmen, erfolgreiche Unternehmen aufbauen und sich in ihren Gemeinden Respekt verschaffen.

Frieda:

Welchen beruflichen Traum haben Sie?

Sahadete Azemi Ibrahimi:

Ich möchte mein Unternehmen weiter ausbauen und auch in der Stadt einen Standort eröffnen. So würde ich mehr Kund*innen erreichen und gleichzeitig eine Möglichkeit für andere Frauen schaffen, mit mir zusammenzuarbeiten und sich weiterzuentwickeln.

Veröffentlicht am 23.02.2026

Mitarbeit: Antigona Dajakaj

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