«Meine Tochter soll es besser haben als ich»

25. Oktober 2023
Minderwertig, unbrauchbar und diskriminiert. So fühlte sich Nadja (40) aus dem marokkanischen Essaouira jahrelang. Bis sie ihr Schicksal dank des Frieda-Projekts Mostaqbal – Zukunft selbst in die Hand genommen und zum Guten gewendet hat. Und nicht nur ihres, auch das ihrer Tochter.
Zwei Frauen und ein Mann sitzen in Marokko auf einer Mauer.

Kochen, putzen, Haushalt machen, Kinder erziehen und nie viel Geld in der Haushaltskasse. So sah auch für Nadja der Alltag aus. Wie die meisten marokkanischen Frauen hat sie nur die Primarschule besucht, jung geheiratet, früh Kinder bekommen und war immer abhängig vom dürftigen Einkommen ihres Mannes. Bis ihre Cousine ihr von der staatlich anerkannten und kombinierten Berufsausbildung in Küche, Patisserie und Zimmerservice des Projekts Mostaqbal – Zukunft der Frieda-Partnerorganisation Association Féminine El Khir erzählte. Die halbjährige Lehre richtet sich an sozial und wirtschaftlich benachteiligte Frauen ohne Ausbildung. Sie bietet die ideale Kombination, um im touristisch geprägten Essaouira eine geregelte Arbeit zu finden oder mit selbstständiger Arbeit eine Einkommensquelle zu erschliessen.

Mann und Familie dagegen 

Doch zuerst musste Nadja zahlreiche Widerstände überwinden: «Mein Mann wollte nicht, dass ich die Ausbildung mache, aber ich habe mich durchgesetzt. Wenn ich zu den Kursen bin, habe ich schon früh morgens das Essen für die Familie zubereitet. Zunächst war mein Mann sehr misstrauisch und ist mir heimlich bis in die Ausbildungsräumlichkeiten gefolgt oder ist überraschend dort aufgetaucht. Bis er gemerkt hat, dass alles in Ordnung ist», erzählt sie rückblickend. Auch ihre Verwandten und Freunde trauten Nadja nicht zu, Familie, Haushalt und die Ausbildung unter einen Hut zu bringen.

Nadja zeigt es allen …

Doch inmitten der motivierenden Gemeinschaft der Projektteilnehmer*innen und dank psychosozialer Begleitung blüht sie auf. Nadja schliesst die Ausbildung als eine der Besten ab. «Das Diplom hat mein Leben verändert. Heute bin ich viel selbstbewusster, kenne meine Rechte und verfolge eigene Ziele», sagt die zweifache Mutter. Nadja trägt heute mit ihrer Arbeit im Restaurant der Partnerorganisation El Khir und mit ihrer eigenen Facebook-Seite zum Familieneinkommen bei: «Ich biete auf meiner Facebook-Seite selbstgebackenes Gebäck und Kuchen zum Verkauf an. Die Kund*innen bestellen online oder per Telefon. Mittlerweile ist auch mein Mann stolz auf mich und unterstützt meine Pläne. Ich träume davon, eine eigene Patisserie zu eröffnen.»

… auch dem Lehrer ihrer Tochter

Nadja hat sich nicht bremsen lassen und sie lässt nicht zu, dass stereotype Rollenvorstellungen ihre Tochter Halima (15) auf ihrem Lebensweg aufhalten. So hat sie etwas gewagt, wozu sie früher nicht den Mut gehabt hätte. Nadja hat – ohne Wissen ihres Mannes – das Gespräch mit dem Lehrer ihrer Tochter Halima gesucht. Denn dieser wollte dem Mädchen nicht erlauben, die Mechaniker-Ausbildung an der Schule zu absolvieren. Mit der Begründung, Mechaniker sei ein Männerberuf. Doch Nadja liess sich nicht beirren: Sie fragte den Lehrer, wo geschrieben stehe, dass Mädchen* nicht Mechaniker*innen werden dürften. Der Lehrer wusste auf die Frage keine Antwort und gab Nadjas Argumenten schliesslich nach. Halima darf doch Mechanikerin lernen. Ihre nächsten Ziele stehen bereits fest: studieren und Ingenieurin werden.

Menschenrechte unter Druck in Israel und Palästina

19:00 Uhr
Käfigturm
In Israel und im Westjordanland stehen die Menschenrechte zunehmend unter Druck. Ungeahndete Gewalt radikaler Siedler, gesetzliche Änderungen, welche die Aneignung von Land erleichtern und der wachsende Extremismus auf allen Seiten gefährden den Schutz grundlegender Rechte. Dazu schmälern zunehmende Einschränkungen und Druck auf die Zivilgesellschaft den Raum für kritisches Engagement. Auch der Krieg gegen den Iran wirkt auf die Region ein.
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Filmvorführung: Wir Mitbürgerinnen

18:30 Uhr
Cinéma Rex Fribourg
Anlässlich des Tages der Demokratie vom 15. September 2026, und mit dem Ziel, die Bemühungen, die im Rahmen der Kampagne «Ihre Stimme zählt!» aufgegleist worden sind, zu festigen, lädt die IMR Fribourg zu einem öffentlichen Kino- und Diskussionsabend ein.
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Tagung: Friedensfähig statt kriegsbereit - Pazifismus in Zeiten globaler Gewalt

14:00 Uhr
Paulus Akademie
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Die Paulus Akademie organisiert eine Tagung zur Frage, wie wir heute, einer Zeit der globalen Aufrüstung, als Gesellschaft noch friedensfähig werden können. In Inputreferaten und Workshops werden Räume für Reflexion und Austausch geöffnet.
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Filmvorführung: Imagine Peace

18:20 Uhr
RiffRaff
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Die hundertjährige Pionierin des Friedens Aktivismus Edith Ballantyne blickt auf ein Leben im Dienst des Friedens zurück und will ihre Erfahrungen weitergeben, bevor ihre Stimme für immer verstummt.
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Mira-Kompass: Mehr als ein Lebenslauf: Migrantische Frauen und ihre unsichtbaren Kompetenzen im Schweizer Arbeitsmarkt

18:00 Uhr
Rotonda, Pfarrei Dreifaltigkeit
Im Rahmen ihrer Teilnahme im Mira-Kompass Programm, geleitet durch die Abteilung Migrationspolitik von Frieda, organisieren die Teilnehmerinnen zwei Veranstaltungen zum Thema Arbeitsmarkt und Migration. Wir freuen uns auf viele Interessierte und einen regen Austausch an den anschliessenden Apéros.
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Mira-Kompass: Miteinander statt nebeneinander – Gemeinsam Vorurteile abbauen und Verständnis im Arbeitsleben fördern

18:00 Uhr
Haus der Religionen
Im Rahmen ihrer Teilnahme im Mira-Kompass Programm, geleitet durch die Abteilung Migrationspolitik von Frieda, organisieren die Teilnehmerinnen zwei Veranstaltungen zum Thema Arbeitsmarkt und Migration. Wir freuen uns auf viele Interessierte und einen regen Austausch an den anschliessenden Apéros.
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Dialog 2030: Nachhaltigkeit und Sicherheit

Uhr
Eventfabrik Bern
Die Veranstaltung Dialog 2030 ermöglicht den Austausch zwischen Bund und Stakeholdergruppen und will die koordinierte und wirkungsvolle Umsetzung der Agenda 2030 ermöglichen.
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