Feministischer Frieden statt bewaffneter Abschottung – Nein zur Neutralitätsinitiative

13. August 2026
Frieda und PeaceWomen Across the Globe lehnen die Initiative ab.
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Am 27. September 2026 stimmen die Schweizer Stimmbürger*innen über die Neutralitätsinitiative ab. Diese will die «immerwährende bewaffnete Neutralität der Schweiz» in der Verfassung verankern. Sie stammt aus der Feder von politisch rechten Einzelpersonen sowie der nationalistischen Organisation «Pro Schweiz», ehemals Auns und wird von der SVP Schweiz unterstützt.

Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Krieg. Ein feministisches Friedensverständnis beinhaltet auch den Schutz vor Gewalt und Diskriminierung sowie den Zugang zu Teilhabe und Rechten für alle. Die Neutralitätsinitiative reduziert Sicherheit auf militärische Kategorien. Dabei folgt sie der fragwürdigen Logik, die Aufrüstung und Militarismus über die Friedensförderung, internationale Zusammenarbeit und Nachhaltigkeit stellt. Und das auf Kosten von Schutz und Prävention von geschlechtsspezifischer Gewalt, internationaler Zusammenarbeit sowie der Teilhabe von Frauen an Friedensprozessen.

Die Initiative ist unnötig

Der Bundesrat und das Parlament lehnen die Initiative ab. Einen Gegenvorschlag gibt es nicht. Die dauerhafte Neutralität der Schweiz ist nämlich bereits seit 1848 in der Verfassung der Schweiz festgehalten sowie international anerkannt. Sie ist unter anderem die Grundlage für die Guten Dienste der Schweiz, die es der Schweiz ermöglichen, sich wirksam in Friedensprozessen einzubringen und aktive Vermittlungsbemühungen zu unternehmen.

Die Initiative will zudem ein Verbot für den Beitritt zu Militärbündnissen festschreiben. Ein solcher Beitritt, beispielsweise zur NATO, bedeutet jedoch ein Aufgeben der Neutralität und wäre somit auch nach heutigem Recht ausgeschlossen, respektive würde auf jeden Fall einer Volksabstimmung bedürfen.

Neutralität heisst nicht Tatenlosigkeit

Die weitgehendste vorgeschlagene Änderung der Initiative ist das Verbot von «nichtmilitärischen Zwangsmassnahmen», also Sanktionen. Die Ausnahme wären UNO-Sanktionen, die die Schweiz als Mitgliedsstaat zwingend mittragen muss. Neutralität im heutigen Staatsverständnis bedeutet jedoch nicht Tatenlosigkeit. Als Depositarstaat der Genfer Konventionen würde die Schweiz ihre Glaubwürdigkeit verspielen, wenn sie bei schweren Völkerrechtsverletzungen tatenlos bleibt und den Betroffenen nicht zur Seite steht. Die Möglichkeit eines nicht-militärischen Handels, u.a. durch sorgfältig abgewogene und ethisch vertretbare Sanktionen unter humanitären Ausnahmeregelungen, muss gewahrt bleiben. Auch um die Relevanz der Schweizer Friedenspolitik zu gewährleisten.

Polarisierung wird verschärft

Die Initiative wirbt mit einer Friedenstaube und dem Slogan «kein Krieg» – und suggeriert damit, wer Nein stimme, sei gegen den Frieden. Frieda und PeaceWomen Across the Globe lehnen diese Art der Kampagnenführung ausdrücklich ab: Sie ist irreführend, weil sie einen Zusammenhang konstruiert, der falsch ist.

Ausgerechnet die politischen Kräfte, die sich mit dieser Kampagne als Friedensbefürworter inszenieren, handeln politisch und im Parlament nachweislich im Gegenteil: Sie setzten sich dafür ein, das Kriegsmaterialgesetz zu lockern, um der Schweizer Rüstungsindustrie mehr Waffenexporte zu ermöglichen. Im letzten Jahr stimmten dieselben politischen Kräfte geschlossen für eine Kürzung des Budgets der internationalen Zusammenarbeit um 250 Millionen Franken – Gelder, die Friedensförderung, Konfliktprävention und den Schutz von Frauen vor Gewalt weltweit finanzieren.

Diese Doppelmoral ist der Kern der Kampagne: suggerierte Symbolik von Frieden nach aussen, Praxis der Aufrüstung und Abschottung nach innen.

Wir sagen Nein am 27. September

Die Initiative folgt einer Abschottungslogik, die Handlungsspielräume für aktive Friedens- und Menschenrechtsarbeit einschränkt, statt sie zu stärken. Frieda und PeaceWomen Across the Globe lehnen die Initiative deshalb entschieden ab.

Wir widersetzen uns dieser Gleichsetzung von Neutralität mit Tatenlosigkeit und der Isolation der Schweizer Sicherheitspolitik. Sicherheit für alle Menschen, insbesondere Frauen und marginalisierte Gruppen, entsteht nicht durch Wegschauen, sondern durch Schutz und Prävention – durch Solidarität und Zusammenarbeit statt durch erzwungene Zurückhaltung.

One Sky Flags (Freedom Lifts Her Winning Banner High)

Uhr
Diverse Orte
Ein partizipatorisches Kunstwerk der Künstlerin Yvonne Lee Schultz
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Filmvorführung: Wir Mitbürgerinnen

18:30 Uhr
Cinéma Rex Fribourg
Anlässlich des Tages der Demokratie vom 15. September 2026, und mit dem Ziel, die Bemühungen, die im Rahmen der Kampagne «Ihre Stimme zählt!» aufgegleist worden sind, zu festigen, lädt die IMR Fribourg zu einem öffentlichen Kino- und Diskussionsabend ein.
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Tagung: Friedensfähig statt kriegsbereit - Pazifismus in Zeiten globaler Gewalt

14:00 Uhr
Paulus Akademie
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Die Paulus Akademie organisiert eine Tagung zur Frage, wie wir heute, einer Zeit der globalen Aufrüstung, als Gesellschaft noch friedensfähig werden können. In Inputreferaten und Workshops werden Räume für Reflexion und Austausch geöffnet.
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Filmvorführung: Imagine Peace

18:20 Uhr
RiffRaff
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Die hundertjährige Pionierin des Friedens Aktivismus Edith Ballantyne blickt auf ein Leben im Dienst des Friedens zurück und will ihre Erfahrungen weitergeben, bevor ihre Stimme für immer verstummt.
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Mira-Kompass: Mehr als ein Lebenslauf: Migrantische Frauen und ihre unsichtbaren Kompetenzen im Schweizer Arbeitsmarkt

18:00 Uhr
Rotonda, Pfarrei Dreifaltigkeit
Im Rahmen ihrer Teilnahme im Mira-Kompass Programm, geleitet durch die Abteilung Migrationspolitik von Frieda, organisieren die Teilnehmerinnen zwei Veranstaltungen zum Thema Arbeitsmarkt und Migration. Wir freuen uns auf viele Interessierte und einen regen Austausch an den anschliessenden Apéros.
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Mira-Kompass: Miteinander statt nebeneinander – Gemeinsam Vorurteile abbauen und Verständnis im Arbeitsleben fördern

18:00 Uhr
Haus der Religionen
Im Rahmen ihrer Teilnahme im Mira-Kompass Programm, geleitet durch die Abteilung Migrationspolitik von Frieda, organisieren die Teilnehmerinnen zwei Veranstaltungen zum Thema Arbeitsmarkt und Migration. Wir freuen uns auf viele Interessierte und einen regen Austausch an den anschliessenden Apéros.
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Dialog 2030: Nachhaltigkeit und Sicherheit

Uhr
Eventfabrik Bern
Die Veranstaltung Dialog 2030 ermöglicht den Austausch zwischen Bund und Stakeholdergruppen und will die koordinierte und wirkungsvolle Umsetzung der Agenda 2030 ermöglichen.
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