Tadamoun AlHaouz – Solidarität

Das Nothilfe-Projekt von Frieda ist abgeschlossen. Zusammen mit den lokalen Partnerorganisationen wurden 2'844 Personen in Notsituationen versorgt sowie mehrere Gebäude gebaut und gesichert.

Das Erdbeben im Atlasgebirge in der Nacht vom 8. September 2023 ist das bisher stärkste Erdbeben in Marokko. Es erreichte einen Wert von 6,8 auf der Richterskala und wurde noch weit über das Erdbebengebiet hinaus im Land gespürt. Am stärksten hat es allerdings die Region Al Haouz getroffen. Die Gebirgskette des hohen Atlas ist bekannt für ihre tektonische Aktivität. Die benachbarten ländlichen und urbanen Gebiete verzeichnen die grössten Verluste und Schäden: Taroudant, Azilal, Marrakech, Ouarzazate und Chichaoua. Über 3’000 Menschen sind gestorben, 5’000 weitere wurden verletzt und über 2,8 Millionen Menschen sind von den Auswirkungen des Erdbebens betroffen. 

Das Erdbeben vom 8. September 2023 in Marokko wirkt noch Jahre danach nach. In den betroffenen Dörfern des Atlasgebirges sind die Spuren der Zerstörung vielerorts noch sichtbar. Schulen und Häuser sind grösstenteils noch nicht wieder aufgebaut. Schulwege wurden länger und teilweise gefährlicher und es besteht ein Risiko, dass Mädchen, statt weiter in die Schule zu gehen, frühverheiratet werden. Gleichzeitig zeigen sich auch wiederaufgebaute Gebäude oder unterschiedliche Massnahmen zur Rehabilitation der beschädigten Bauten.  

Die Partnerorganisationen von Frieda, Architecture et développement Maroc und Open Village, setzen sich weiterhin mittels Präventions- und Sensibilisierungsworkshops für Schulbildung für Mädchen und Frauenrechte sowie gegen Frühverheiratung und geschlechtsspezifische Gewalt ein. Kinder können an sportlichen und psychosozialen Aktivitäten teilnehmen und werden schulisch unterstützt. 60 Frauen und 400 Kinder erhalten psychosoziale Unterstützung.  

Zudem werden gemeinsam mit der betroffenen Bevölkerung weitere Mehrzweckräume in drei Dörfern gebaut und einfachere Reparaturarbeiten zur Sicherung von beschädigten Gebäuden werden anschaulich dokumentiert und dieses Produkt wird anschliessend betroffenen Menschen zur Verfügung gestellt. Die Technik orientiert sich an traditionellen Bauweisen und lokal verfügbaren Materialen. Die Gebäude sind erdbebensicher und an die lokalen klimatischen Bedingungen angepasst. 

In den neuen Räumen findet Nachhilfe- und Sprachunterricht statt. Die Räume können auch von den lokalen Frauen- und Jugendvereinen genutzt werden und kommen insgesamt über 360 Familien und mehr als 2'000 Personen zugute.   

Sekundarschüler*innen bei einer Freizeitaktivität auf der Timenkar-Hochebene auf 2100 m.ü.M.
Kinder können an sportlichen und psychosozialen Aktivitäten teilnehmen und werden schulisch unterstützt.
Caption

Das haben wir erreicht

  • 2'844 Personen in Notsituationen versorgt (Akuthilfe)

  • drei Merzweckräume und ein Ham­mam neu gebaut

  • ein 300 Jahre altes Kulturgut erdbebensicher gemacht

  • psychosoziale Unterstützung und schulischer Förderunterricht für Kinder

In den ersten eineinhalb Jahren nach dem Erdbeben wurde die betroffene Bevölkerung mit Lebensmittel- und Hygienepaketen, medizinischer, psychologischer und psychosozialer Beratung und Betreuung unterstützt. Dies verbesserte das soziale, psychologische und medizinische Wohlergehen der vom Erdbeben betroffenen Bevölkerung. 71 Familien wurden auch finanziell unterstützt. 

Die Präventions- und Sensibilisierungsworkshops, deren Themen in enger Zusammenarbeit mit den Gemeindevorsteher*innen definiert wurden, erreichten fast tausend Menschen, Erwachsene und Kinder In diesen Workshops konnten die spezifischen Bedürfnisse und Probleme der einzelnen Dörfer identifiziert werden. Diskutiert wurden zum Beispiel Schulbildung für Mädchen, die verlängerten Schulwege, Frühverheiratung, geschlechtsspezifische Gewalt oder Frauenrechte. 

Der Ham­mam in Taourirt wurde als Waschmöglichkeit für Menschen mit zerstörten Häusern gebaut. Bild: zvg
Das Innere des Hammans. Bild: zvg.
Die Olivenpresse in der Restaurationsphase. Bild: zvg.
Die Mauer der Olivenpresse in der traditionellen Bauweise. Bild: zvg.
Caption

Im Rahmen des Projekts wurden bisher drei Mehrzweckräume gebaut. Die Technik orientiert sich an traditionellen Bauweisen und lokal verfügbaren Material. Die Gebäude sind erdbebensicher und an die lokalen klimatischen Bedingungen angepasst. Die Baustellen waren gleichzeitig «Schulbaustellen», die es den Dorfbewohnenden ermöglichte, die notwendigen Kenntnisse zu erlangen, um im Anschluss selbst ähnliche Gebäude zu bauen oder zu reparieren. 

Mit einer antiken Olivenpresse wurde ein Kulturerbe gesichert, damit es für touristische Zwecke genutzt werden kann.

Dialog 2030: Nachhaltigkeit und Sicherheit

Uhr
Eventfabrik Bern
Die Veranstaltung Dialog 2030 ermöglicht den Austausch zwischen Bund und Stakeholdergruppen und will die koordinierte und wirkungsvolle Umsetzung der Agenda 2030 ermöglichen.
> Detailinfos zum Anlass

Miteinander statt nebeneinander – Gemeinsam Vorurteile abbauen und Verständnis im Arbeitsleben fördern

18:00 Uhr
Haus der Religionen
Im Rahmen ihrer Teilnahme im Mira-Kompass-Programm, geleitet durch die Abteilung Migrationspolitik von Frieda, organisieren die Teilnehmerinnen zwei Veranstaltungen zum Thema Arbeitsmarkt und Migration. Wir freuen uns auf viele Interessierte und einen regen Austausch an den anschliessenden Apéros.
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Kinderrechte gelten auch im Krieg

12:00 Uhr
Bundesplatz
Am Internationalen Tag der Kinderrechte erinnern das Forum für Menschenrechte in Israel/Palästina und Campax mit tausenden Kinderschuhen und Schulsäcken an die getöteten Kinder im Nahostkonflikt – und fordern Schutz, Versorgung und Bildung für die überlebenden Kinder.
> Detailinfos zum Anlass

Worte finden, Strukturen brechen

19:30 Uhr
das Gleis, Zollhaus
Über digitale geschlechtsspezifische Gewalt und die Macht der Sprache.
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Nicht allein im Netz

18:00 Uhr
Café Révolution, Atelier 014 im PROGR
Ein Workshop zu rassistischer und sexistischer Gewalt im digitalen Raum.
> Detailinfos zum Anlass

Worte finden, Strukturen brechen

19:30 Uhr
Kleine Bühne im PROGR
Über digitale geschlechtsspezifische Gewalt und die Macht der Sprache.
> Detailinfos zum Anlass

Sichtbar werden, sichtbar bleiben

19:30 Uhr
Kleine Bühne im PROGR
Digitale Gewalt und die politische Teilhabe migrantisierter FINTAs in der Schweiz.
> Detailinfos zum Anlass
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