Mitten in den Trümmern: Wie Frauen im Gazastreifen ihre Kooperative neu aufbauen

Nina Imboden, 18. August 2026
Für Frauen im Gazastreifen ist wirtschaftliche Selbstständigkeit inmitten von Krieg und Vertreibung mehr als ein Ziel, sie ist ein Akt des Widerstands. Das Projekt «Saida – Glück» von Frieda unterstützt die Zeina-Kooperative auf diesem Weg.
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Geschlechtsspezifische und strukturelle Gewalt trifft Frauen im Krieg besonders hart. Neben Leid und Verlust verlieren sie Einkommen, Handlungsspielraum und gesellschaftliche Teilhabe. Die Zeina-Kooperative im Gazastreifen wirkt dem entgegen: Frauen aus beduinischen Gemeinschaften stellen handgefertigte Spielsachen her und erwirtschaften damit ein eigenes Einkommen.  

Arbeitsort und Sicherheitsnetz

Im aktuellen Krieg zwischen Israel und der Hamas wurden die Räumlichkeiten der Kooperative vollständig zerstört und die Mitglieder flohen Richtung Süden. Seit Ende 2024 ist die Kooperative im mittleren Gazastreifen wieder operativ tätig. An verschiedenen Produktionsstandorten stellen die Frauen Puppen und traditionelle Handarbeiten her, auch Ausbildung und Produktion werden dabei verbunden. Rund 500 Frauen und Kinder werden zudem durch psychosoziale Aktivitäten – z.B. therapeutische Puppentheater mit den selbst gefertigten Puppen – erreicht.

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Die Handpuppen der Kooperative werden für Theatervorstellungen für Kinder gebraucht. Bild: Zeina Kooperative

Die Leiterin der Zeina-Kooperative, Asmaa Abu Qaida, erklärt: «Die Zeina-Kooperative ist nicht einfach ein Nähworkshop – sie ist ein soziales Sicherheitsnetz, das vollständig von Frauen geleitet wird.» Frauen könnten durch Zeina nicht nur für ihre Familien sorgen, sondern übernehmen führende Rollen in ihrer Gemeinschaft. «Die Kooperative zu unterstützen, ist eine direkte Investition in die Stärkung von Frauen.»

Teilnehmerinnen des Frieda-Projekts «Saida – Glück» im Näh-Workshop. Bild: Zeina Kooperative
Die Puppen werden unter anderem aus Stoffresten hergestellt.Bild: Zeina Kooperative
Mit traditionellen Herstellungstechniken wird Spielzeug hergestellt. Bild: Zeina Kooperative
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Amal Abu Ghazal ist Teil der Zeina Kooperative und hat Frieda aus ihrem Alltag erzählt.

Frieda:

Im Gazastreifen ist die Lage immer noch katastrophal: Die Menschen erleben eine anhaltende humanitäre Krise mit täglichen Angriffen der israelischen Streitkräfte. Trotz Waffenruhe ist es noch kein Zustand des Friedens. Wie können Sie unter solchen Umständen einem Handwerk nachgehen?

Amal Abu Ghazal:

Einen normalen Tag gibt es hier nicht wirklich. Jeder Morgen ist ein neuer Kampf. Wir haben grosse Schwierigkeiten, Stoffe und andere Produktionsmaterialien zu erhalten, da die Grenzübergänge weitgehend geschlossen und Preise enorm gestiegen sind. Dazu kommen die ständigen Stromausfälle. Ohne Strom stehen die Nähmaschinen vollständig still.

Frieda:

Und wie machen Sie weiter, wenn die Maschinen stillstehen?

Amal Abu Ghazal:

Wir haben gelernt, Lösungen aus dem Nichts zu erfinden. In den wenigen Stunden, in denen am Hauptsitz Strom vorhanden ist, schneiden wir Materialien zu und bereiten alles vor. Dann bringen wir die vorbereiteten Teile zu den Produktionsgruppen in den Zelten. Dort wird von Hand genäht – bei dem Licht kleiner batteriebetriebenen Lampen.

Und weil Stoffe fehlen, haben wir einen umfassenden Recyclingprozess gestartet. Wir verwenden verfügbare Decken, um Taschen herzustellen. Wir zerlegen Kissen, um die Füllung herauszuholen und damit Spielzeug und Puppen zu stopfen. Wir sammeln jeden kleinen Stoffrest.

Frieda:

Sie haben im Krieg Ihren Sohn verloren und haben fünf Töchter, für die Sie allein sorgen.

Amal Abu Ghazal:

Nach dem Tod meines einzigen Sohnes wurde die Welt dunkel für mich. Wir mussten fliehen und lebten in Zeltlagern, begleitet von einem ständigen Gefühl von Angst und Isolation.

Durch die gemeinsame Arbeit in der Kooperative kehrte meine Seele zu mir zurück. Meine Arbeitskolleginnen sind wie Schwestern geworden. Wir sitzen zusammen, reden miteinander und trösten uns gegenseitig. Die Arbeit holt uns aus unseren schweren Sorgen heraus.

Frieda:

Was hat sich verändert, seit Sie Teil der Kooperative sind?

Amal Abu Ghazal:

Früher haben mich die Menschen in meinem Umfeld einfach als eine Hausfrau angesehen. Heute sehen alle in mir eine starke Frau und eine Stütze für die Familie. Weil ich arbeite, eine ganze Produktionslinie leite und meine fünf Töchter versorge, ohne auf Hilfsgüter warten zu müssen.

Meine Töchter sind stolz, dass ich in der Kooperative arbeite. Das gibt mir die Kraft, für sie auf den Beinen zu bleiben.

Menschenrechte unter Druck in Israel und Palästina

19:00 Uhr
Käfigturm
In Israel und im Westjordanland stehen die Menschenrechte zunehmend unter Druck. Ungeahndete Gewalt radikaler Siedler, gesetzliche Änderungen, welche die Aneignung von Land erleichtern und der wachsende Extremismus auf allen Seiten gefährden den Schutz grundlegender Rechte. Dazu schmälern zunehmende Einschränkungen und Druck auf die Zivilgesellschaft den Raum für kritisches Engagement. Auch der Krieg gegen den Iran wirkt auf die Region ein.
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Filmvorführung: Wir Mitbürgerinnen

18:30 Uhr
Cinéma Rex Fribourg
Anlässlich des Tages der Demokratie vom 15. September 2026, und mit dem Ziel, die Bemühungen, die im Rahmen der Kampagne «Ihre Stimme zählt!» aufgegleist worden sind, zu festigen, lädt die IMR Fribourg zu einem öffentlichen Kino- und Diskussionsabend ein.
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Tagung: Friedensfähig statt kriegsbereit - Pazifismus in Zeiten globaler Gewalt

14:00 Uhr
Paulus Akademie
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Die Paulus Akademie organisiert eine Tagung zur Frage, wie wir heute, einer Zeit der globalen Aufrüstung, als Gesellschaft noch friedensfähig werden können. In Inputreferaten und Workshops werden Räume für Reflexion und Austausch geöffnet.
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Filmvorführung: Imagine Peace

18:20 Uhr
RiffRaff
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Die hundertjährige Pionierin des Friedens Aktivismus Edith Ballantyne blickt auf ein Leben im Dienst des Friedens zurück und will ihre Erfahrungen weitergeben, bevor ihre Stimme für immer verstummt.
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Mira-Kompass: Mehr als ein Lebenslauf: Migrantische Frauen und ihre unsichtbaren Kompetenzen im Schweizer Arbeitsmarkt

18:00 Uhr
Rotonda, Pfarrei Dreifaltigkeit
Im Rahmen ihrer Teilnahme im Mira-Kompass Programm, geleitet durch die Abteilung Migrationspolitik von Frieda, organisieren die Teilnehmerinnen zwei Veranstaltungen zum Thema Arbeitsmarkt und Migration. Wir freuen uns auf viele Interessierte und einen regen Austausch an den anschliessenden Apéros.
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Mira-Kompass: Miteinander statt nebeneinander – Gemeinsam Vorurteile abbauen und Verständnis im Arbeitsleben fördern

18:00 Uhr
Haus der Religionen
Im Rahmen ihrer Teilnahme im Mira-Kompass Programm, geleitet durch die Abteilung Migrationspolitik von Frieda, organisieren die Teilnehmerinnen zwei Veranstaltungen zum Thema Arbeitsmarkt und Migration. Wir freuen uns auf viele Interessierte und einen regen Austausch an den anschliessenden Apéros.
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Dialog 2030: Nachhaltigkeit und Sicherheit

Uhr
Eventfabrik Bern
Die Veranstaltung Dialog 2030 ermöglicht den Austausch zwischen Bund und Stakeholdergruppen und will die koordinierte und wirkungsvolle Umsetzung der Agenda 2030 ermöglichen.
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