Lokal verankert. Global vernetzt. Ein Manifest zur internationalen Zusammenarbeit
Die Diskussion rund um die Dekolonisierung und Lokalisierung der internationalen Zusammenarbeit (IZA) wurde in den letzten Jahren oft mit einem verengten Blick auf die Finanzflüsse geführt: Die Lokalisierung der Zusammenarbeit sei dann erreicht, wenn mehr Mittel direkt an lokale Partner*innen vergeben würden. Diese Perspektive blendet aber zentrale Machtfragen aus, die es auch in Partnerschaften gibt. Zum Beispiel, wer die Projekte und Programme definiert, wer in relevante Entscheidungsprozesse einbezogen und wessen Expertise gehört wird. Mehr Mittel direkt an lokale Akteur*innen zu vergeben, reicht nicht aus, wenn gleichzeitig die strategischen Prioritäten in der Schweiz bestimmt werden.
Lokal verankerte IZA ermöglichen
Lokale Selbstbestimmung sorgt nicht nur für mehr Wirkung, sondern stärkt auch die Widerstandsfähigkeit von Gemeinschaften, insbesondere vor dem Hintergrund der zunehmenden globalen Herausforderungen. Bei der Umsetzung von Projekten und Programmen, die sich an den Bedürfnissen und Herausforderungen der lokalen Gemeinschaften ausrichten, zeigen sich jedoch zahlreiche Hürden. Rigide Vorgaben der Geldgeber können verhindern, dass die Unterstützung lokaler Partner*innen flexibel und effizient gestaltet werden kann. Oder Fundraising- und Kommunikationsstrategien können den ethischen Grundsätzen einer Partnerschaft auf Augenhöhe widersprechen. Deshalb ist dieses Manifest sowohl ein Leitfaden für die Arbeitsweise der Schweizer NGOs als auch ein Aufruf an die Geldgeber*innen, ihre Rahmenbedingungen so auszugestalten, dass eine lokal verankerte IZA möglich ist.
Gemeinsam für Menschenrechte
Gleichzeitig ist das Manifest auch eine Antwort auf das Erstarken autoritärer Kräfte, welche Menschenrechte gezielt untergraben, zivilgesellschaftliche Handlungsspielräume einschränken und den Multilateralismus in seinem Fundament schwächen. Umso bedeutender ist deshalb heute eine internationale Zusammenarbeit, die die Verletzlichsten dieser Welt ins Zentrum stellt. Dies kann aber nur erreicht werden, wenn sich lokale Akteur*innen, Schweizer NGOs, Regierungen, Geldgeber*innen, Akteur*innen aus dem Privatsektor und die Wissenschaft als Verbündete verstehen, die gemeinsam zur Verwirklichung der Menschenrechte beitragen.
Viele der unterzeichnenden Organisationen sind in ihren Lokalisierungsbestrebungen bereits weit vorangekommen. Dennoch bleibt für alle Handlungsbedarf. Denn jede Organisation steht vor eigenen Herausforderungen – und entwickelt entsprechend unterschiedliche Lösungsansätze. Jetzt gilt es, diese Erfahrungen zu bündeln und gemeinsam voranzugehen.
Das Manifest
Über 40 Schweizer NGOs haben gemeinsam ein Manifest erarbeitet.
Zusammenarbeit mit Partner*innen
Frieda hat in Zusammenarbeit mit ihren Partner*innen eine Partnerschafts Policy erstellt.
Wie arbeitet Frieda?
Mehr über die Arbeitsweise von Frieda erfahren.