Ist Frieden utopisch?

7. April 2026
Das fragt Frieda-Präsidentin Virginia Köpfli und definiert in ihrer Rede den Ostermarsch als Zeichen des Widerstands und der Hoffnung.
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Wir leben in einer Zeit, in der Frieden als Utopie gilt. In der Aufrüstung als Vernunft verkauft wird und Gewalt als Naturgesetz. Und wir sind trotzdem an den Ostermarsch gekommen. Das ist Widerstand. Das ist Hoffnung.

Ich möchte mit einer Frage beginnen, die mich seit Monaten nicht loslässt: 

Wie viele Kriege passen in eine Nachrichtensendung? 

Mehr als früher. Viel mehr. Die Ukraine. Gaza. Sudan. Jemen. Myanmar. Kongo. Wir scrollen durch Meldungen über Bombenangriffe, über Massaker, über Hungersnöte – und dann kommt eine Werbeunterbrechung. Und das Erschreckendste ist nicht die Gewalt selbst. Das Erschreckendste ist, wie schnell wir uns daran gewöhnt haben. 

Die Bilder von Müttern, die ihre Kinder beerdigen. Von Städten, die zu Schutt werden. Von Flüchtenden, die an Grenzen zurückgewiesen werden. All das ist längst Kulisse geworden. Hintergrundgeräusch. 

Ich weigere mich, das zu akzeptieren. 

Und gleichzeitig erleben wir in der Schweiz, in Europa, weltweit: Die Antwort auf diese Gewalt ist nicht mehr Frieden. Die Antwort ist: mehr Rüstung. Mehr Milliarden für Militär. Mehr Sicherheitspolitik. 

Doch wessen Sicherheit? 

Die Militärausgaben steigen. Und gleichzeitig werden die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit gestrichen. Für die Opferhilfe. Für die Friedensförderung. In der Schweiz wurden Millionen aus der internationalen Zusammenarbeit abgezogen – aus der Arbeit also, die langfristig Konflikte verhindert. Aber Panzer – die kriegen ihr Budget. 

Studien zeigen, dass fast jede Frau in der Schweizer Armee sexualisierte Gewalt erlebt hat. Und trotzdem soll Sicherheit durch mehr Militär entstehen? 

In der Politik ist Sicherheit ein Herrschaftsinstrument. Ein Mittel, um Gewalt zu begründen. Die Sicherheit der einen ist die Legitimation von Gewalt gegen die anderen. Wir befinden uns in einer Zeit, in der Sicherheitspolitik keine Sicherheit schafft – sondern mehr Gewalt. 

Frieda-Präsidentin Virginia Köpfli in ihrer Rede am Ostermarsch. Bild: Heinz Bichsel.
Das diesjährige Motto: Wir sind viele. Bild: Heinz Bichsel.
Der Ostermarsch startete im Eichölzli ... Bild: Heinz Bichsel.
... die Route führt durch Bern... Bild: Heinz Bichsel.
... mit dem Ziel: Zum Münster. Bild: Heinz Bichsel.
Virginia Köpfli im Interview mit SRF. Bild: Heinz Bichsel.
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Gertrud Kurz, die Gründerin von Frieda – damals noch Christlicher Friedensdienst – hat genau diese Frage schon vor Jahrzehnten gestellt. In einem ihrer Texte schrieb sie: 

«Andere meinen, die Frage von Krieg und Frieden sei nicht Sache von uns einfachen Laien, sondern sie werde von den Mächtigen dieser Erde bestimmt. Ihnen seien wir ausgeliefert. Muss man sich nicht gerade gegen diese Meinung wehren? Haben wir nicht in Lauheit zuwenig getan und in Fatalismus die Dinge an uns herankommen lassen? Geben wir beides auf!» 

Geben wir beides auf. Die Lauheit. Und den Fatalismus. 

Das sagt uns eine Frau, die in einer Zeit lebte, in der die Welt täglich mit dem Atomkrieg rechnete. Und sie ist trotzdem aufgestanden. Hat Friedensarbeit geleistet. Hat Menschen zusammengebracht. Hat geglaubt – nicht naiv, sondern beharrlich –, dass etwas anderes möglich ist. 

Wir stehen heute in ihrer Tradition und wir sind viele! Wir sind heute hier, am Ostermarsch, weil wir diese Hoffnung noch haben. Weil wir uns gegenseitig daran erinnern, dass wir nicht allein sind. Dass es viele von uns gibt. Dass unsere Bewegung eine lebendige, wachsende Gegenkraft ist. Und damit positionieren wir uns auch als eine Gegengemeinschaft und leben das, wofür wir kämpfen.  

Dieser Text ist ein Auszug aus der Rede von Virginia Köpfli am Ostermarsch 2026.

Die SRF-Tagesschau berichtet über den Ostermarsch und interviewt Frieda-Präsidentin Virginia Köpfli. Hier kann der Bericht angeschaut werden.

Menschenrechte unter Druck in Israel und Palästina

19:00 Uhr
Käfigturm
In Israel und im Westjordanland stehen die Menschenrechte zunehmend unter Druck. Ungeahndete Gewalt radikaler Siedler, gesetzliche Änderungen, welche die Aneignung von Land erleichtern und der wachsende Extremismus auf allen Seiten gefährden den Schutz grundlegender Rechte. Dazu schmälern zunehmende Einschränkungen und Druck auf die Zivilgesellschaft den Raum für kritisches Engagement. Auch der Krieg gegen den Iran wirkt auf die Region ein.
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Filmvorführung: Wir Mitbürgerinnen

18:30 Uhr
Cinéma Rex Fribourg
Anlässlich des Tages der Demokratie vom 15. September 2026, und mit dem Ziel, die Bemühungen, die im Rahmen der Kampagne «Ihre Stimme zählt!» aufgegleist worden sind, zu festigen, lädt die IMR Fribourg zu einem öffentlichen Kino- und Diskussionsabend ein.
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Tagung: Friedensfähig statt kriegsbereit - Pazifismus in Zeiten globaler Gewalt

14:00 Uhr
Paulus Akademie
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Die Paulus Akademie organisiert eine Tagung zur Frage, wie wir heute, einer Zeit der globalen Aufrüstung, als Gesellschaft noch friedensfähig werden können. In Inputreferaten und Workshops werden Räume für Reflexion und Austausch geöffnet.
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Filmvorführung: Imagine Peace

18:20 Uhr
RiffRaff
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Die hundertjährige Pionierin des Friedens Aktivismus Edith Ballantyne blickt auf ein Leben im Dienst des Friedens zurück und will ihre Erfahrungen weitergeben, bevor ihre Stimme für immer verstummt.
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Mira-Kompass: Mehr als ein Lebenslauf: Migrantische Frauen und ihre unsichtbaren Kompetenzen im Schweizer Arbeitsmarkt

18:00 Uhr
Rotonda, Pfarrei Dreifaltigkeit
Im Rahmen ihrer Teilnahme im Mira-Kompass Programm, geleitet durch die Abteilung Migrationspolitik von Frieda, organisieren die Teilnehmerinnen zwei Veranstaltungen zum Thema Arbeitsmarkt und Migration. Wir freuen uns auf viele Interessierte und einen regen Austausch an den anschliessenden Apéros.
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Mira-Kompass: Miteinander statt nebeneinander – Gemeinsam Vorurteile abbauen und Verständnis im Arbeitsleben fördern

18:00 Uhr
Haus der Religionen
Im Rahmen ihrer Teilnahme im Mira-Kompass Programm, geleitet durch die Abteilung Migrationspolitik von Frieda, organisieren die Teilnehmerinnen zwei Veranstaltungen zum Thema Arbeitsmarkt und Migration. Wir freuen uns auf viele Interessierte und einen regen Austausch an den anschliessenden Apéros.
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Dialog 2030: Nachhaltigkeit und Sicherheit

Uhr
Eventfabrik Bern
Die Veranstaltung Dialog 2030 ermöglicht den Austausch zwischen Bund und Stakeholdergruppen und will die koordinierte und wirkungsvolle Umsetzung der Agenda 2030 ermöglichen.
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