Das war Utopia Rising

10. März 2026
Zwei Tage im Zeichen von Feministischem Frieden: Ein Rückblick auf die 8. Schweizer Friedenskonferenz.
podium-totale.jpg

Das Motto der Konferenz, «Utopia Rising», Utopie erhebt sich, klinge fast ein bisschen nach Science-Fiction oder nach einem sehr ambitionierten Motto, sagt Frieda-Präsidentin Virginia Köpfli in ihrer Eröffnungsrede. Doch fern aller Science-Fiction beschreibe es ziemlich genau, was an der Konferenz passiere. «Wir weigern uns, die Welt so zu akzeptieren, wie sie sich gerade gibt. Wir nehmen Krisen, Gewaltspiralen und Backlash wahr – aber nicht hin. Heute nehmen wir uns den Raum und die Zeit für Visionen und machen damit eine andere Welt überhaupt denkbar.»

Solidarität leben, Verknüpfungen bilden

Dabei spiele der Begriff «Feministische Solidarität» eine grosse Rolle, sagt Virginia Köpfli weiter. «Das heisst, dass wir Gewalt nicht als individuelles Problem verstehen, sondern als strukturelles – und entsprechend kollektiv handeln. Sie heisst, dass Organisationen sich gegenseitig tragen, wenn sie politisch oder finanziell unter Druck geraten. Sie heisst, dass wir nicht nur in unseren eigenen Themenblasen bleiben, sondern Verbindungen knüpfen: zwischen der Arbeit gegen geschlechtsspezifische Gewalt, der Friedensarbeit, der Arbeit in unseren Projektländern, der Unterstützung von Menschen auf der Flucht, der Auseinandersetzung mit Rassismus, Queerfeindlichkeit und anderen Herrschaftsformen.»

Emilia Roig. Bild: Livia Walker.
Lisa Joanne Bissegger. Bild: Livia Walker.
Mona-Lisa Kole. Bild: Livia Walker.
Moderatorin Nadia Brügger. Teilnehmerinnen im Workshop-Austausch. Bild: Livia Walker.
Die Podiums-Teilnehmerinnen.
Carla Weymann und Larissa Mina Lee von PWAG. Bild: Livia Walker.
Der Workshop von PWAG mit der Aktivistin Rabab Baldo. Bild: Livia Walker.
Teilnehmerinnen im Workshop-Austausch. Bild: Livia Walker.
Teilnehmerinnen im Workshop-Austausch. Bild: Livia Walker.
Teilnehmerinnen im Workshop-Austausch. Bild: Livia Walker.
Anna-Beatrice Schmaltz und Virginia Köpfli. Bild: Livia Walker.
Stabübergabe von Frieda an PWAG. Bild: Livia Walker.
Caption

Wie feministischer Frieden konkret umgesetzt werden kann, erarbeiteten die Expertinnen und Teilnehmer*innen in drei thematischen Workshops: So zeigten Larissa Mina Lee und Carla Weymann von PWAG - PeaceWomen Across the Globe in einem Video-Interview mit der Aktivistin Rabab Baldo, wie Friedensarbeit im Sudan unter widrigsten Bedingungen gelingen kann – nämlich mit Kreativität.

Mona-Lisa Kole und Anna Chiedza Spörri von café révolution setzten sich mit der Frage auseinander, wer feministische Utopien mitbestimmt und welche Stimmen in diesem Diskurs gehört werden; denn oft wird marginalisiertem Wissen keinen Wert beigemessen.

Im Workshop von Franziska Schutzbach befassten sich die Teilnehmer*innen mit dem Thema politische Resilienz, besonders wie individuelle Resilienz erhalten und gepflegt werden kann. Eine Erkenntnis: Eine Fehlerkultur gegenüber sich selbst etablieren.

Die Wichtigkeit von Feministischen Utopien

Am Podium zu dem Thema Podium «Transnationale Solidarität und widerständige Strategien» diskutierten Emilia Roig, Mona-Lisa Kole und Lisa Joanne Bissegger unter der Moderation von Nadia Brügger. Auch die Podiumsteilnehmerinnen stellten die Frage nach der Wichtigkeit von Utopien: «Die Utopie ist eine unterschätze Kraft», sagt Emilia Roig. «Wir verlieren oft Zeit in der Suche nach der Lösung. Dabei sollten wir uns die Frage stellen, wie eine Welt ohne das Problem aussieht.» Auch Mona-Lise Kole erzählt, sie nutze utopisches Denken als Praxis. «Eigene Barrieren kommen schnell. Utopisches Denken gibt mir Energie und Hoffnung ausserhalb der limitierenden Rahmen.»

Ein Blick auf die politische Lage macht klar: Utopien brauchen Zeit. Hier helfe das Verständnis dafür, dass Veränderungen Zeit brauchen, sagt Lisa Joanne Bissegger. «Wir müssen weg von der Kurzfristigkeit und uns als Teil von Kollektiven und Netzwerken sehen.»

Teilnehmer*innen vor der Heitere Fahne. Bild: Livia Walker.
Check-in in der Heitere Fahne. Bild: Livia Walker.
Ein Teil des Frieda-OK-Teams. Bild: Livia Walker.
Taktvoll. Bild: Livia Walker.
Lesetipps von Queerbooks. Bild: Livia Walker.
Utopia Rising. Bild: Livia Walker.
Caption

In diesem Sinne bildeten die Party im Queerfeministischen Raum der Reitschule und der Brunch am Samstagmorgen mit Infoständen und einer Siebdruck-Station den Rahmen zu Workshop und Podium – Feministischen Frieden feiern, wirken lassen und sich dabei vernetzen.

Die 9. Feministische Friedenskonferenz wird von PWAG - PeaceWomen Across the Globe organisiert.

Menschenrechte unter Druck in Israel und Palästina

19:00 Uhr
Käfigturm
In Israel und im Westjordanland stehen die Menschenrechte zunehmend unter Druck. Ungeahndete Gewalt radikaler Siedler, gesetzliche Änderungen, welche die Aneignung von Land erleichtern und der wachsende Extremismus auf allen Seiten gefährden den Schutz grundlegender Rechte. Dazu schmälern zunehmende Einschränkungen und Druck auf die Zivilgesellschaft den Raum für kritisches Engagement. Auch der Krieg gegen den Iran wirkt auf die Region ein.
> Detailinfos zum Anlass

Filmvorführung: Wir Mitbürgerinnen

18:30 Uhr
Cinéma Rex Fribourg
Anlässlich des Tages der Demokratie vom 15. September 2026, und mit dem Ziel, die Bemühungen, die im Rahmen der Kampagne «Ihre Stimme zählt!» aufgegleist worden sind, zu festigen, lädt die IMR Fribourg zu einem öffentlichen Kino- und Diskussionsabend ein.
> Detailinfos zum Anlass

Tagung: Friedensfähig statt kriegsbereit - Pazifismus in Zeiten globaler Gewalt

14:00 Uhr
Paulus Akademie
screenshot-2026-08-20-091220.png
Die Paulus Akademie organisiert eine Tagung zur Frage, wie wir heute, einer Zeit der globalen Aufrüstung, als Gesellschaft noch friedensfähig werden können. In Inputreferaten und Workshops werden Räume für Reflexion und Austausch geöffnet.
> Detailinfos zum Anlass

Filmvorführung: Imagine Peace

18:20 Uhr
RiffRaff
imagine-peace.jpg
Die hundertjährige Pionierin des Friedens Aktivismus Edith Ballantyne blickt auf ein Leben im Dienst des Friedens zurück und will ihre Erfahrungen weitergeben, bevor ihre Stimme für immer verstummt.
> Detailinfos zum Anlass

Mira-Kompass: Mehr als ein Lebenslauf: Migrantische Frauen und ihre unsichtbaren Kompetenzen im Schweizer Arbeitsmarkt

18:00 Uhr
Rotonda, Pfarrei Dreifaltigkeit
Im Rahmen ihrer Teilnahme im Mira-Kompass Programm, geleitet durch die Abteilung Migrationspolitik von Frieda, organisieren die Teilnehmerinnen zwei Veranstaltungen zum Thema Arbeitsmarkt und Migration. Wir freuen uns auf viele Interessierte und einen regen Austausch an den anschliessenden Apéros.
> Detailinfos zum Anlass

Mira-Kompass: Miteinander statt nebeneinander – Gemeinsam Vorurteile abbauen und Verständnis im Arbeitsleben fördern

18:00 Uhr
Haus der Religionen
Im Rahmen ihrer Teilnahme im Mira-Kompass Programm, geleitet durch die Abteilung Migrationspolitik von Frieda, organisieren die Teilnehmerinnen zwei Veranstaltungen zum Thema Arbeitsmarkt und Migration. Wir freuen uns auf viele Interessierte und einen regen Austausch an den anschliessenden Apéros.
> Detailinfos zum Anlass

Dialog 2030: Nachhaltigkeit und Sicherheit

Uhr
Eventfabrik Bern
Die Veranstaltung Dialog 2030 ermöglicht den Austausch zwischen Bund und Stakeholdergruppen und will die koordinierte und wirkungsvolle Umsetzung der Agenda 2030 ermöglichen.
> Detailinfos zum Anlass
×
Scroll agenda container left
Scroll agenda container right