Starke Kampagne mit wachsender Wirkung
Mit dem Fokus auf geschlechtsspezifische Gewalt gegen Menschen mit Behinderungen beleuchtet die Kampagne ein Thema, das oft ignoriert wird.
Die Kampagne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen» wächst weiter: 2025 beteiligten sich über 350 Organisationen, über Medienberichte und Social Media wurden über 4 Millionen Menschen erreicht. Frieda koordinierte die Kampagne 2025 zum 18. Mal. In den letzten Jahren ist sie deutlich gewachsen – mehr Reichweite, mehr Partner*innen, mehr Wirkung.
Fokus 2025: Gewalt und Behinderung
Das Thema «geschlechtsspezifische Gewalt und Behinderungen» wurde in der Schweiz bisher kaum behandelt. Die Kampagne änderte das: Sie machte sichtbar, wie stark sich Geschlecht und Behinderung auf Gewalterfahrungen auswirken.
Frauen und queere Menschen erleben zwei- bis viermal häufiger Gewalt als Menschen ohne Behinderungen – und bleiben dennoch oft unsichtbar.
Die Kampagne stärkte Wissen, sensibilisierte Fachpersonen und gab Betroffenen sowie Expert*innen eine Plattform. Klar wurde: Ohne Verständnis für unterschiedliche Lebensrealitäten lässt sich Gewalt nicht wirksam verhindern.
Austausch, Vernetzung, konkrete Impulse
Ein Schwerpunkt lag auf Barrierefreiheit und Zugänglichkeit. Fachpersonen aus den Bereichen Gewalt und Behinderung wurden gezielt vernetzt.
Frieda organisierte zudem eigene Formate, darunter eine Lesung und ein Online-Forum. Ziel: Wissen vermitteln und neue Perspektiven eröffnen.
Schweiz hat Nachholbedarf
Trotz internationaler Verpflichtungen bestehen grosse Lücken. Schutzangebote sind oft nicht zugänglich, Informationen fehlen in einfacher Sprache oder Gebärdensprache, und Unterstützung variiert je nach Kanton stark.
Diese Defizite erhöhen das Risiko für Betroffene – und verhindern wirksamen Schutz.
Klare Forderungen
Die Kampagne formuliert konkrete Schritte:
Daten zu Gewalt und Behinderung erheben
Barrierefreien Zugang zu Hilfe und Justiz sicherstellen
Fachpersonen gemeinsam mit Betroffenen ausbilden
Gewalt in Institutionen anerkennen
Gesetze an reale Lebenssituationen anpassen
Barrierefreiheit ist kein Zusatz, sondern ein Menschenrecht. Die 16 Aktionstage enden, doch das Engagement geht weiter.